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Ökologische Oberflächen und deren Pflege

Vor- und Nachteile geölter und gewachster Holzoberflächen, im Vergleich zu konventionellen Lacksystemen.

Warum bevorzuge ich trotz allem technologischen Fortschritt, der bei industriell - chemisch hergestellten  Lacksystemen in den letzten Jahrzehnten erzielt worden ist, dennoch geölte und gewachste Oberflächen?

Dafür sprechen, über alle modischen Trends hinaus, handfeste Gründe, auf die ich im folgenden kurz eingehe.
Neben allen berechtigten Bedenken, die man haben kann, angesichts von tausenden Tonnen Lösungsmitteln, die jährlich in die Atmosphäre entweichen oder den möglichen Belastungen, die davon ausgehen, daß Lackierungen auch nach längerer Zeit noch Monomere und Weichmacher an die Umgebung abgeben können, gibt es auch konkrete anstrich-technische Argumente.


Eine lange Nutzungsdauer von Möbeln sollte sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Hinsicht selbstverständlich sein. Besser vererben als recyceln!
Die Beschichtung, die solche Zeiträume überdauert, ist allerdings nicht das  Zweikomponenten High-Tech- Lacksystem, das irgendwann doch versprödet, sich verfärbt, trübe oder rissig wird, oder sich vom Untergrund löst und dann nur mit hohem Aufwand erneuert werden kann, sondern die geölte und gewachste Oberfläche, die durch gelegentliche Nachbehandlung immer wieder aufgefrischt wird.


Grundieröle

Die Riesenmoleküle synthetischer Polymere herkömmlicher Anstrichmittel sind zu groß, um in die feinen Poren und Kapillare des Holzes einzudringen und sich dort zu verankern. Sie lagern sich nur an der Oberfläche ab. Die Haftung wird durch einen gröberen Schliff des Holzes erzielt, die gewünschten Eigenschaften durch eine größere Schichtdicke.


Dagegen dringen die Moleküle von pflanzlichen Ölen leicht in das Mikroporensystem des Holzes ein und verzahnen sich damit.
Diese Tiefenimprägnierung verhindert, daß das ausgetrocknete Holz jede geringfügige Feuchtigkeitseinwirkung aufsaugt. Die langsam erfolgende oxidative Trocknung, bietet die Gewähr für lange Elastizität und Flexibilität.
 

Die durchtränkten Holzschichten erhalten, ähnlich wie öliges Papier, eine gewisse Transparenz, die der Oberfläche eine Dimension der Tiefe verleiht und sie „lebendig“ erscheinen läßt
 

Die Maserungsstruktur wird stark belebt und intensiviert, nicht zuletzt deshalb, weil man dem Holz, mit den enthaltenen pflanzlichen Ölen und Harzen, Substanzen vermittelt, die den natürlichen Holzinhaltsstoffen sehr ähnlich sind. Mit keinem konventionellen Lacksystem läßt sich eine vergleichbare dekorative Wirkung erzielen.

Hervorzuheben ist auch die leichte Regenerierbarkeit von Schadstellen, ebenfalls eine wichtige Bedingung für langfristige Nutzung.

Hinweis:
Durch den Leinölgehalt von Wachsbalsamen, besteht die Möglichkeit der Selbstentzündung des Ballens, er sollte am besten in einer verschlossenen Blechdose oder einem Schraubglas aufbewahrt werden.

Wachse

Da die Grundieröle keinen Film bilden, sondern restlos einziehen, entsteht  Oberflächenglanz nur durch feines Schleifen bzw. Polieren des Holzes. Will man den Glanzgrad steigern, muß zusätzlich eine filmbildende Schicht aufgetragen werden.
In der biologischen Oberflächenbehandlung spielen Bienenwachsbalsame eine besonders große Rolle, da sie Oberflächenwirkungen bringen, die dem baubiologischen Ideal sehr nahe kommen.
Es liegt jedoch in der Natur der Sache, daß man nicht einerseits eine Oberfläche erzielen kann, die allen biologischen Anforderungen genügt und gleichzeitig in puncto Pflegeleichtigkeit,  Kratzfestigkeit, Chemiekalienbeständigkeit usw. mit herkömmlichen Versieglungsprodukten auf  Kunstharzbasis konkurrieren könnte.
Eine Behandlung mit Bienenwachslösungen orientiert sich nämlich weniger am Ideal einer dichten, plastikfilmartigen Deckschicht, sondern eher am Vorbild der menschlichen Haut, die ja auch ein ausgewogenes Verhältnis von Dichtigkeit und Durchlässigkeit aufweist.
So wird einerseits die Wasserdampfdiffusion zwischen Umgebung und Holz nicht nennenswert behindert. Die  Holzfeuchte kann sich den Bedingungen des Raumes anpassen, und die Raumklima regulierenden Eigenschaften des Holzes werden wirksam.
Andererseits werden die Einwirkungen von Schmutz, Staub und Flüssigkeiten abgehalten.
Dabei ist die Beständigkeit der Flächen  so gut, daß Sie Kaffee-, Rotweinflecken und dergleichen abwischen können, ohne daß Spuren zurückbleiben, die Einwirkungszeit sollte allerdings nicht zu lang sein.
 

Der seidig schimmernde Glanz von Bienenwachsoberflächen steigert noch die optische Wirkung der geölten Flächen, zumal die Filmdicke (Ausnahme Heißwachs) so gering ist, daß auch zarteste Strukturen des Holzes nicht überdeckt werden. Das trifft natürlich auch auf Schleifspuren zu, daher ist feinstes Schleifen die Voraussetzung für optimale Ergebnisse!


Pflege

In der Abriebfestigkeit hat die Wachsoberfläche ein Defizit.
Beim Reinigen sollte deshalb so milde wie möglich zu werke gegangen werden, dennoch bleibt es nicht aus, daß die Oberfläche entsprechend der Beanspruchung abgebaut wird.
Sie sollte dann durch erneuten Wachsauftrag aufgefrischt werden.

Die Zeiträume sind von verschiedenen Faktoren abhängig, u.a. natürlich von den verwendeten Produkten und davon wie oft und wie intensiv die Flächen gereinigt werden. Im Durchschnitt können Sie von jährlichen Intervallen ausgehen.


Tragen Sie beim Nachwachsen mit einem Tuchballen hauchdünn und gleichmäßig Wachs auf, es dürfen sich keine Schlieren bilden. Nach einer halben Stunde können Sie die Fläche mit Wolle nachpolieren. Mit der Intensität läßt sich der Glanzgrad steigern, ebenso durch häufigere Wiederholung.
Um die Hände  zu schützen, empfehle ich Vinylhandschuhe, den Ballen würde ich nach Gebrauch in einem Schraubglas aufbewahren und beim nächsten Mal wieder verwenden.

 

Entlastung beim Staubwischen entschädigt Sie ein wenig für den Aufwand, weil sich die Wachsoberfläche im Gegensatz zu einer Plastikbeschichtung nicht elektrostatisch auflädt und dadurch den Staub anzieht.

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