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Qualität
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Einige Kriterien, die für mein Verständnis von handwerklicher Qualität stehen.

handwerkliche Qualität...

Was heißt handwerkliche Herstellung, handwerkliche Qualität?  Spielt es eine Rolle, wie groß der  Produktionsbetrieb ist, welche Maschinen eingesetzt werden? Oder geht es beim Möbelbau eher darum, die Techniken umzusetzen, die in Tischlers Fachkundebüchern gelehrt werden? Immerhin hat der Umgang mit Holz eine lange Tradition, und vieles, was sich im Laufe von Jahrhunderten als sinnvoll erwiesen hat, ist auch durch technologischen Fortschritt nicht überholt.

Dennoch liegt es natürlich nicht am Fortschritt, daß heutige Möbel, verglichen mit Antiquitäten, reichlich primitiv erscheinen. Vielmehr hat der Tischler, in handwerklicher Hinsicht, im Möbelbau den Pfad der Tugend verlassen und den ganzen Bereich weitestgehend an die Industrie abtreten müssen. Auf die Gründe (wirtschaftliche “Sachzwänge”, Unvermögen) will ich hier nicht weiter eingehen. Ebenso wenig auf die Erzeugnisse der Möbelindustrie.

Hochwertig oder nicht, ist für mich eine Frage der eingesetzten Werkstoffe, des konstruktiven Aufwands, der Verbindungstechnik, der Gestaltung, der Oberfläche usw. Auf Gestaltung und Oberfläche, komme ich in Extrakapiteln. Einige der anderen Aspekte will ich hier kurz anreißen.

Als Werkstoff verwende ich hauptsächlich Vollholz. Allerdings keine industriell hergestellten Leimholzplatten, sondern vom Stamm geschnittene Bohlen. Nur so kann ich für jedes Bauteil eine gezielte Holzauswahl treffen. Das ist nicht nur für fachgerechte Konstruktionen sinnvoll, sondern auch in optischer Hinsicht interessant, weil ich dabei dekorative Wirkungen erziele, die den Unikatcharakter jedes Stückes unterstreichen.

Für die Bauart ergibt sich folgende Konsequenz: statt Plattenbauweise pflege ich klassische Vollholzkonstruktionen mit traditionellen Holzverbindungen, bin aber auch zu innovativen Lösungen gekommen. Wenn aus technischen Gründen Plattenwerkstoffe (gemeint sind hochwertige, natürlich keine Spanplatten), besser sind als Vollholzelemente, habe ich keine Hemmungen sie zu benutzen. Es sei denn, Sie als Kunde wünschen konsequenten Vollholzeinsatz.

Materialehrlichkeit ist selbstverständlich. Wer bei mir eine Multiplexkante sieht, kann sicher sein, es auch mit einer Multiplexplatte zu tun zu haben und nicht mit Spanplatte unter Dekorfolien. Wenn ich furniere, geschieht das, um optische Effekte zu erzielen, nicht um minderwertige Werkstoffe zu kaschieren. 

Der Praxistip: „Wo die Rundung anfängt, hört der Verdienst auf,“ mag ja zutreffen. Mich interessiert das nicht. Ich mache ein Teil rund, wenn ich meine, daß es für ein optimales Resultat rund sein sollte, ohne daß konstruktiver Aufwand zum Selbstzweck wird.

Wo handwerklich gearbeitet wird, findet auch der Schiffshobel noch Verwendung.
Wenn man damit umgehen kann, geht’s schneller und vor allem präziser als mit Schleifmaschinen!

Beschläge baue ich in der Regel (eine Ausnahme) nicht aus Holz. Metalle sind dafür besser geeignet. Allerdings lassen ich sie eher vom Feinmechaniker herstellen, als normkonforme Industrieprodukte einzusetzen, die meinen Ansprüchen nicht genügen.

Kippelstopp: Kompensation 0-8mm

Die Fa. Marcus Kracht Feinmechanik liefert die Beschläge, wenn Industrieprodukte nicht befriedigen. Hier der „Kippelstopp“, automatischer Niveauausgleich für Möbelfüße per Hydraulik.

Detail der Platte Schreib/Talktisch

Dekorative Wirkung durch gezielte Holzauswahl statt Verwendung industriell gefertigter Leimholzplatten. Einbeziehen von Kernstrukturen und Ästen bringt das natürliche Erscheinungsbild des gewachsenen Holzes zur Geltung und ist zudem recourcenschonend.

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Tischlertugend der flächenbündigen Verbindung mit dichter Brüstungsfuge, statt „Arschbackenprofil“ zum ausgleichen von Toleranzen. Das ist in der industriellen Fertigung üblich, wo Teile erst einzeln geschliffenen und dann verleimt werden.

Detail Eckiger Tisch

Tisch mit klassischer Zargenkonstruktion. Die Zarge hat den gleichen Faserverlauf, wie die Platte im jeweiligen Bereich und somit das gleiche Schwundverhalten. Dadurch und aufgrund der speziellen Befestigungstechnik für die Beine bleibt der Übergang von der Tischplattenseite zum Bein flächenbündig, trotz der bei Vollholz üblichen Dimensionsveränderungen der Platte. Beachten Sie das avancierte Einsetzfräsen an der Platte und den Zargensegmenten.

Die gediegene Alternative zum Plastik-Schraubfuß. Mit Hilfe dieses höhenverstellbaren Fußes ist es möglich, das Eckregal exakt zu nivellieren.
Natürlich ist das Gegengewinde, unterhalb der Trägerplatte verdeckt liegend, dementsprechend.
Die Belastbarkeit dieser Konstruktion dürfte über jeden Zweifel erhaben sein.

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Handzinkenverbindung bei 40mm Wandstärke (vor dem Schleifen!)

Haptik und Glanz der Oberflächen kommen bei mir nicht durch eine Plastikbeschichtung zustande, sondern resultieren aus feinstem Schliff des rohen Holzes, sorgfältigem Zwischenschliff nach dem Ölen und einem hauchdünnen Wachsfilm. Warum ich das, in mehrfacher Hinsicht, für besser halte, erläutere ich im Kapitel Oberflächen.

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